Projektbeschrieb (Finanzierung)

 

 

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www.markofner.ch/aktuell/andreoli-spitlight Mark Ofner 076  384 13 14

25.08.17

Fördergesuche an Institutionen:

 

Unser seit 2013 bestehender Verein Andreoli-Spitlight bezweckt die Erhaltung und nachhaltiger Betrieb des 1955 vom tessiner Ingenieur Gianni Andreoli in Luzern erbauten Wolkenprojektors.

In den letzten Jahren wurde der Andreoli-Spitlight geputzt und soweit in Fron-Arbeit möglich in Betrieb genommen. Mechanisch und elektrisch ist er in einem recht guten Zustand. Er dreht, die Ventilatoren röhren und er speit Licht, allerdings nicht mit den ursprünglichen 375’000 Lumen (!!!), sondern nur mit einer kleinen Ersatzleuchtquelle.

Der Andreoli-Spitlight ist kein putziges Häuschen, kein verwittertes Denkmal, sondern war gebaut worden, um mit tausenden von Menschen zu kommunizieren. Und das soll er wieder.

Grundsätzlich bestehen folgende Möglichkeiten.

1. Restauration wie in den 80er-Jahren

2. Ausschlachten und zeitlos brauchbare Teile (Drehkränze, Space-Shuttle, Strahlenführung) auf ein modernes LKW-Chassis montieren.

3. Möglichst original belassen, aber mit aktueller Technik aufrüsten für Bewegtbild-Projektion.

Diese Optionen wurden ausgiebig diskutiert und auf Machbarkeit geprüft.

Zu 1: Macht keinen Sinn; würde nur sinnlos Geld verbraucht, ohne Publikumsresonanz. Quod erat demonstrandum.

Zu 2: Zum Aufbau eines Riesen Moving-Lights findet ein gewiefter Investor alles, was er braucht. Die mechanischen Komponenten zu heutigen Preisen gerechnet dürften ca CHF 400’000.- kosten. Allerdings würde die rasante Weiterentwicklung der Hochleistungs-Videoprojektoren diese Idee bald obsolet machen.

Zu 3: Anfangs beurteilten wir die Umrüstung auf handelsübliche Hochleistungs-Videoprojektoren als am erfolgversprechendsten. Dominik Landwehr – danke Dominik, für Deine Kritik bin ich Dir immerundewig dankbar – vom Migros-Kulturprozent meinte jedoch,  dass dies den Charakter vom Andreoli Spitlight massiv verfälschen würde. Also zurück zum Start und eine neue Lösung suchen: Der Umlenkspiegel wird in einzelne, elektrisch bewegbare X/Y-Motorspiegel aus der Laser-Technik aufgeteilt.

Diese Spiegel-Matrix von 10 x 10 Spiegelchen – kombiniert mit Glas-Dias – ermöglicht nicht nur Pixel-Grafik, sondern durch Überlappung sogar Bilder mit Grauwerten. Mit der Spiegel-Matrix geht kein Licht verloren, die volle elektrische Leistung wird in Licht umgesetzt.

Die geniale Idee von Gianni Andreoli war, die Nase vom Space-Shuttle mit einem drehbaren Umlenkspiegel auszurüsten. Damit konnte jeder Teil des Himmels angestrahlt werden ohne dass – wie bei Flab-Scheinwerfern – der ganze Korpus geneigt werden musste!

Die elektrischen Installationen sind noch bestens brauchbar und bieten optimale Voraussetzungen für ein gelungenes Revival. Anstelle des Lichtbogen-Brenners würde eine speziell für Kino-Projektionen – IMax – entwickelte Xenon-Lampe eingebaut werden. Die gibt es mittlerweile bis zu einer Leistung von 16 kW, was der ursprünglichen Lichtleistung entsprechen würde. Direktes zusammenspielen mit Live-Acts – ganz wichtiger Vorteil gegenüber den Videoprojektoren – ist damit möglich.

Die technischen Aufbauten sind noch in erstaunlich gutem Zustand (Alukonstruktion, gebaut nach Militär-Anforderungen). Hier beschränkt sich der Aufwand auf die Integration moderner Steuerungen.

Auch aus didaktischen Gründen muss der Andreoli-Spitlight aktiv betrieben werden. Nur bei Einsätzen kann  die Genialität dieses industrie-historischen Kulturgutes erlebt werden. Gianni Andreoli würde mit Sicherheit derselben Meinung sein. Ein Glücksfall ist, dass der letzte Operateur vom Andreoli-Spitlight noch lebt und seine Dokumentationen zur Verfügung stellt und mithilft.

Was bei der letzen Revision ausser acht gelassen wurde: Der Andreoli-Spitlight braucht ein Begleitfahrzeug. In der umfangreichen Korrespondenz beklagten sich die – meist ehrenamtlichen – Mitarbeiter immer wieder über selbst bezahlte Taxifahrten, zu weite Wege ins Kantonnement usw. Ein mit PW-Ausweis zu fahrendes Wohnmobil mit 4 Schlafplätzen und Werkbank garantiert effiziente Einsätze.

Zur Didaktik: Die von Gianni Andreoli von Grund auf entwickelte Lampen-Konstruktion inklusive Hochleistungs-Generator wird ausgebaut und museumsgerecht konserviert. Anstelle der Original-Lichtbogenlampe wird eine kleinere eingesetzt, damit der Strahlengang und die komplexe Ventilation gezeigt werden kann. Momentan können höchstens 4 Leute gleichzeitig die Brenner-Einrichtung anschauen, es ist sehr eng im Space-Shuttle.

Aufarbeitung der Geschichte: Ein nicht zu unterlassender Akt ist die Erforschung der Historie vom Andreoli-Spitlight. Nur 3 Personen kannten das Versteck, wo der Andreoli-Spitlight jahrelang dem Zugriff der Gläubiger entzogen wurde! Gianni Andreoli war Pionier für Grossprojektionen, umfangreiches Foto- und Film-Material ist vorhanden, welches der Verwertung harrt. Kontakte mit dem Fernsehen sind geknüpft.

Die anfangs August 2017 redigierten Kosten, gegliedert nach Bereichen:

1. Revision Bedford

1.1 Motor ausbauen und revidieren 30’000.-

1.2 Bremsanlage komplett ersetzen 25’000.-

1.3 Räder und Reifen komplett ersetzen (1.2. kompatibel) 33’000.-

1.4 Karosserie-Arbeiten (Ausbeulen, neu lackieren) 40’000.-

1.5 Neue Batterien, korridierte Kabel ersetzen, neue Leuchtmittel 8’000.-

1.6 Neue Polsterung Kabine, Standheizung installieren, akustische Dämmung Motor 13’000.-

1.7 Armaturen auffrischen und entrosten, ggf ersetzen 4’000.-

1.8 Kommunikations- und Navigations-Systeme einbauen 18’000.-

1.9 Beschriftungs-System auf Basis Magnet-Haftschildern entwickeln 10’000.- 181’000.-

 

2. Aufrüsten Space-Shuttle

2.1 Space-Shuttle ausbauen und nachschmieren (erleichtert Revision Bedford) 20’000.-

2.2 Frequenzumformer einbauen für drehen Space-Shuttle 8’000.-

2.3 Motor und Frequenzumformer einbauen für drehen Nase 19’000.-

2.4 Sensoren einbauen für alle mechanischen Komponenten 30’000.-

2.5 Adaption Armaturenbrett 20’000.-

2.6 Bodenheizung installieren, akustische Dämmung Seitenwände 45’000.-

2.7 Video-Überwachungsanlage und Notstopp-Sensoren einbauen 30’000.-

2.8 Generator für alle elektrischen Systeme (autonome Stromversorgung) 24’000.-

2.9 Kommunikations- und Steuer-Systeme einbauen für Web, DMX, MIDI 60’000.- 256’000.-

3. Umrüsten auf moderne Leuchtmittel und Moving-Mirrors

3.1 Installation von 16 kW Xenon-Brenner 80’000.-

3.2 Ersetzen der Wasserkühlung 35’000.-

3.3 Aufbau einer neuen optischen Bank für Glasdia und Gobos 125’000.-

3.4 Umrüsten des Umlenkspiegels auf 100 motorgesteuerte Spiegelchen 150’000.-

3.5 Entwickeln und Programmieren des Steuer-Computers 55’000.- 445’000.-

4. Museumsgerechte Präsentation der ursprünglichen Projektion

4.1 Optische Bank, Brenner etc ausbauen und revidieren 15’000.-

4.2 Umrüsten auf Brenner mit massiv reduzierter Leistung 8’000.-

4.3 Hilfsrahmen erstellen mit Zugang von allen Seiten 30’000.-

4.4 Steuerung einbauen für alle Komponenten 40’000.-

4.5 Produktion Video zu Funktionsweise und Bedienung 30’000.-

4.6 Produktion Video zur bewegten Geschichte vom Andreoli-Spitlight 100’000.-

4.7 Kauf und Installation Container (Schulungsraum und zum Transport) 10’000.-

4.8 Heizung, Elektrisch und Inneneinrichtung Container 60’000.- 293’000.-

5. Begleitfahrzeug Space-Shuttle

5.1 Kauf Occasionsfahrzeug (Tourenbus, Womo-Rennfahrer zB) 50’000.-

5.2 Umbau auf Spitlight-Anwendungen 150’000.- 200’000.-

6. Sonstige Aufwendungen

6.1 Aufbau Vermarktung 40’000.-

6.2 Produktion Promo-Videos 80’000.-

6.3 Promotour, Messe-Besuche 100’000.-

6.4 Raum-Miete nächste 2 Jahre (Umbauzeit) 24’000.-

6.5 Sekretariat nächste 2 Jahre inkl Material 150’000.-

6.6 Abgeltung bisher geleisteter Arbeit und Spesen 100’000.- 494’000.-

Total 1’869’000.-

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Doch lassen wir uns von einem pragmatischen Idealismus leiten. Es dürfte illusorisch sein, einen Financier zu finden, welcher den kompletten Betrag aufwirft.

Deshalb wählen wir folgendes Vorgehen. Zuerst den Andreoli-Spitlight licht-technisch aktivieren um erste Gigs (Anlässe) damit zu machen und dem Publikum und potentiellen Interessenten die einzigartigen Möglichkeiten zu demonstrieren.

Wir möchten den Andreoli-Spitlight nicht als Museums-Stück konservieren. Das Verkehrshaus Luzern hat diese Idee geprüft und verworfen. Das Technorama hatte nach der Restauration (1985 durch STV Winterthur) den Andreoli-Spitlight einige Male vermietet ohne kommerziell befriedigende Ergebnisse.

Der Andreoli-Spitlight kann jedoch einfach transportiert werden: Ein starker Traktor zieht ihn problemlos und völlig legal an den gewünschten Veranstaltungsort. (Der Transport vom Technorama zum jetzigen Standort bei Planzer  Winterthur geschah auf dieselbe Art und Weise.) Der Bedford hat keine Servo-Unterstützung, kann also – etwas Muckis vorausgesetzt – gelenkt werden. Die Fahrzeugbeleuchtung ist intakt und wird mit dem Traktor mittels Standard-Anhängerstecker verbunden. Diese Transportart fällt nicht unter das Nachtfahrverbot; Sie werden sicher schon nächtens einen Zirkus-Konvoi beobachtet haben.

In realistischer Beurteilung der Situation mit eher konventionell unterstützenden Institutionen entschieden wir  uns für diese Strategie: Den Andreoli-Spitlight soweit umzurüsten, dass er vermietet werden kann.  

1. Wird er damit einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht.

2. Die einzigartigen Projektionsmöglichkeiten können live erlebt werden.

3. Es werden Einnahmen generiert, welche vollumfänglich in weitere Revisionen fliessen. Der Andreoli-Spitlight finanziert sich schlussendlich – zumindest die Betriebskosten betreffend – selbst.

Konkret betrifft das Fördergesuch den Bereich 3 (umrüsten Leuchtmittel und Moving-Mirrors) und/oder den  Bereich 6.2 und 6.3 (Promo-Video/Vermarktung).

Bitte prüfen Sie das Gesuch ob allenfalls und wenn ja in welchem Umfang oder Teilbereich eine Unterstützung Ihrerseits machbar wäre.

Selbstverständlich begrüsse ich Sie freudigst im Andreoli-Spitlight und lasse Sie im Space-Shuttle kreisen.

Helfen Sie bitte mit, dass dieses industrie-historische High-Light schweizerischer Ingenieurskunst erhalten bleibt. Danke.

Mit andreolischen Grüssen

Mark Ofner

Präsident gemeinnütziger Verein “Andreoli-Spitlight”

076  384 13 14      info@markofner.ch

Gigantischer Gobo-Projektor in Space Shuttle-Form, drehbar auf einem Bedford LKW-Chassis

Vergrösserungsfaktor: 27’000’000 (27 Mio)

Projektionsdistanz: bis 6 km, ergibt Bildgrösse 833 x 833 m

Leuchtmittel: Lichtbogen 16 kW, 375 000 Lumen (Wasserkühlung)

Masse (B x L x H):  2.24 x 13.6 x 3.6 m über alles, Gewicht 14 t

Vergangenheit:

1954 bis 55 erbaut von Gianni Andreoli aus Luzern

1956 Einsätze Winterolympiade, Holland, Monaco, Schweiz

1957 bis 67 versteckt in stillgelegtem Bergwerk in Italien

1967 Einsatz an Expo

1968 bis 81 deponiert in Schuppen/unter freiem Himmel im Luzernischen

1982 TV DRS-Beitrag von Mani Hildebrand

1983 Geschenk von Gianni Andreolis Witwe an Technorama Winterthur

1985 bis 86 restauriert von STV Winterthur (über 4000 Stunden Fronarbeit)

1987 Einsätze Pilatus, Bern, Wetzikon, Winterthur, St Gallen, Schaffhausen

1988 bis 2005 Spielgerät für Kinder vor dem Technorama

2005 letzter Einsatz zu Testzwecken

2006 eingelagert in Halle in Winterthur

2015 überführt in die Obhut vom Verein “Andreoli-Spitlight” und präsentabel gemacht

Besonderes:  1985 Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde als weltgrösster Projektor

Status: Nationales industrie-historisches Kulturgut

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